Wir haben das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BfG) an unserem Briloner Krankenhaus Maria-Hilf besucht, um uns aus erster Hand über die aktuelle Situation des Krankenhauses sowie über die Ausbildung in den Pflegeberufen zu informieren.
Zukunftssichere Perspektiven für den Krankenhausstandort Brilon
Geschäftsführer René Thiemann stellte die derzeitige Lage und die Perspektiven des Krankenhauses vor. Mit dem Krankenhausplan NRW 2024 wurde für den Standort Brilon eine wichtige Weichenstellung vorgenommen: Nahezu alle relevanten Leistungsgruppen bleiben dem Krankenhaus erhalten – ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung vor Ort.
Ein weiterer Meilenstein ist der im Dezember 2025 erteilte Förderbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 27,6 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln sollen unter anderem zwei neue Operationssäle entstehen, zusätzliche Intensivbetten eingerichtet, die Kapazitäten im Herzkatheterbereich erweitert sowie weitere strukturelle Verbesserungen umgesetzt werden. Ziel ist es, die wohnortnahe Grundversorgung nachhaltig zu stärken und zugleich spezialisierte medizinische Leistungen am Standort zu sichern.
Thiemann betonte darüber hinaus die große Bedeutung der Kooperation mit anderen Krankenhäusern in der Region, um die medizinische Versorgung im Hochsauerlandkreis langfristig auf hohem Niveau zu gewährleisten.
Herausforderungen in der Pflegeausbildung
Im Anschluss stellten Schulleiterin Claudia Hundertmark-Vogel und ihre Stellvertreterin Denise Rediger das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe vor. Sie erläuterten Aufbau, Aufgaben und aktuelle Herausforderungen der Schule.
Besonders deutlich wurde der zunehmende Mangel an Auszubildenden – und damit an den dringend benötigten Pflegefachkräften von morgen. Anspruchsvolle Arbeitsbedingungen in der Pflege sowie eine begrenzte Zahl an Ausbildungsanfragen aus Brilon und der näheren Umgebung verschärfen die Situation zusätzlich.
Wohnraum und Mobilität als zentrale Problemfelder
Zwei zentrale Themen standen im Mittelpunkt des Austauschs:
1. Bezahlbarer Wohnraum
Für angehende Pflegefachkräfte fehlt es in Brilon an preiswertem Wohnraum. Dieser ist jedoch eine entscheidende Voraussetzung, um neue Auszubildende zu gewinnen und zusätzliche Ausbildungskapazitäten auszuschöpfen.
2. Mobilität der Auszubildenden
Auch die Erreichbarkeit des Ausbildungsstandorts stellt eine große Herausforderung dar. Aus umliegenden Städten wie Olsberg, Winterberg, Büren oder Meschede ist es mit dem öffentlichen Personennahverkehr häufig schwer bis gar nicht möglich, zeitlich passend nach Brilon zu gelangen. Hinzu kommt, dass rund 50 Prozent der Auszubildenden noch keinen Führerschein besitzen. Gerade für Früh- und Spätdienste muss daher eine verlässliche Mobilität – auch in Randzeiten – gewährleistet werden.
Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Pflege
Abschließend wurden verschiedene Ideen und Lösungsansätze diskutiert, um die Wohnraum- und Mobilitätsprobleme anzugehen. Einigkeit bestand darüber, dass hier auch die Politik gefordert ist, unterstützend mitzuwirken.
Wir werden uns weiterhin aktiv dafür einsetzen, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln – für eine starke Pflegeausbildung und eine verlässliche gesundheitliche Versorgung in unserer Region.